Mittwoch, 30.12.2020 21:19 Uhr

Israelisches Rakentabwehrsystem bald am Persischen Golf?

Verantwortlicher Autor: Ronaldo Goldberger Jerusalem, 04.12.2020, 16:06 Uhr
Nachricht/Bericht: +++ Politik +++ Bericht 4539x gelesen

Jerusalem [ENA] Kein Staat weltweit dürfte dermassen viel Erfahrung wie Israel aufweisen, feindliche Raketen in einer Sekunde zu orten und abzufangen. Die Erfolgsrate aus eigener Entwicklung beträgt über 90%. Bereits haben die Amerikaner zwei „Iron Dome“ erworben, um sie in ihren Streitkräften einzusetzen. Nun halten die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudiarabien ebenfalls Ausschau nach diesem technologischem Wunderprodukt.

Auf die mobile „Eisenkuppel“ soll sogar der saudiarabische Thronfolger Mahmud bin Salman zu sprechen gekommen sein, als vor einigen Wochen der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in Begleitung des Auslandgeheimdienstchefs Jossi Cohen nächtlich auf einer inzwischen durchgesickerten Stippvisite in der am Roten Meer neu angelegten Stadt Neom zugange waren. Am Treffen beteiligte sich auch US-Staatssekretär Mike Pompeo . Von den Erwerbswünschen berichtete die arabische Zeitung „Al-Khaleej Al-Jadeed“ (Der Neue Golf). Gemäss dem Zeitungsbericht soll sich Muhammad bin Zayid Al Nahyan, der Kronprinz von Abu Dhabi sowie Vice-Oberbefehlshaber der VAE-Streitkräfte, richtiggehend in die ausgeklügelte israelische Luftabwehr „verliebt“ haben.

Die Amerikaner haben die Entwicklung des Schutzschildes vor Raketen mitfinanziert. Israel verwendete ihn derweil gegen Abertausende von Geschossen, die von der terroristischen Hamas und dem Islamischen Jihad aus dem Gazastreifen gegen die Zivilbevölkerung abgefeuert wurden, ebenso im Landesnorden an der Grenze zu Libanon und Syrien, wo gleichfalls iranische Statthalter, so die Hisbollah und auch Vorposten der iranischen Revolutionsgarden, ihr destruktives Unwesen treiben.

Stellvertreterkrieg der Iraner hüben wie drüben

Saudiarabien, dessen aussenpolitischen Interessen derzeit vom prädestinierten Thronfolger Mohammed bin Salman wahrgenommen werden, hat, ähnlich den Israeli, an mehreren Fronten zu kämpfen. Die politisch-militärische Bewegung der im jemenitischen Bürgerkrieg verwickelten Huthis, die sich zum Frondienst der Iraner verdingen liessen, setzt dem Königreich laufend mit Bombardierungen von Erdöl fördernden Anlagen zu. Dabei setzen sie sogenannten „Selbstmörder“-Drohnen und präzise auf Ziele programmierte ballistische Geschosse ein. Die Saudis verzichten gar auf die Inbetriebnahme von Förderanlagen und modernen Raffinerien aus Furcht vor Zerstörung auf Anordnung Irans.

Kein Wunder also, dass Saudiarabien bereits bei den Israeli sondiert, ob es nicht dessen Hochtechnologie für die Selbstverteidigung gegen den gemeinsamen Feind Iran verwenden dürfe. Allerdings muss Saudiarabien zunächst normale Beziehungen mit dem jüdischen Staat aufnehmen. Die inneren Widerstände hierzu scheinen noch nicht überwunden zu sein. Auch ist man sich noch unsicher, wie sich die Beziehungen zur am 20. Januar mutmasslich neu installierten US-Regierung Biden gestalten dürften. Israel dient erstaunlicherweise immer wieder als Türöffner zum Weissen Haus, selbst bei seinen ehemaligen Erzfeinden.

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